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Eine Möglichkeit wäre, auf die landläufige Meinung zu verweisen, daß Pferde sowieso dümmer als Kühe seien. Eine andere ist, aufmerksam zu werden: Es scheint, als könnten Pferde durch uns hindurchsehen. Instinktiv reagieren sie auf das, was hinter dem Äußeren liegt. Bewegungen und Geruch vermitteln ihnen unsere innere Befindlichkeit.


Pferde - ein Spiegel meiner Selbst

Ein Spiegel meiner selbst;
ich muß nur hinsehen,
den Intellekt abschalten
und die Auswirkungen spüren.



Die charakteristischen Eigenschaften der Pferde setzen Menschen Grenzen. Wenn ich einen guten Kontakt zu einem Pferd haben möchte, muß ich Grundsätzliches lernen: Offen und ehrlich sein, mein Gegenüber wahrnehmen, seine Sprache verstehen und ihm mit Respekt begegnen. Erst dann kann ich führen oder mich führen lassen. Und wenn etwas mal nicht klappt, ist das kein Malheur. Pferde sind geduldig und kaum nachtragend.


Was wir von ihnen lernen können?

Dem Leben anders zu begegnen,
uns neu in Beziehung zu setzen.

Den Pferden begegnen


Wenn der Dialog zwischen Mensch und Pferd im Herzen gelebt wird, verwandelt er sich in ein Gebet.

In seinem Konzept vom Ich-und-Du beschreibt der Religionsphilosoph Martin Buber genau diesen menschlichen Reifungsprozess. Buber soll seine Gedanken aus der liebevollen Begegnung mit einem Pferd entwickelt haben. Der Mensch wechselt von einer Position der Ichbezogenheit und Eigensucht in einen Zustand der Zuwendung, ist sich der Bedürfnisse anderer ebenso bewußt wie der eigenen. Geben und Nehmen sind ausgewogen. Wenn der Dialog zwischen Mensch und Pferd im Herzen gelebt wird, verwandelt er sich in ein Gebet.

Ein glückliches Dasein.
Die Seele klingt.



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