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Seit Jahrtausenden begleitet das Pferd den Menschen. Dieses Wesen voller Würde, Kraft und Schönheit füllt die Mythen der Menschheit und hat als archetypisches Bild eine heilende Wirkung. Es ist das Symbol eines freien Daseins - erwachsen aus dem Urvertrauen, sich tragen zu lassen und sich dem Leben zu öffnen.

Pferde - Symbol eines freien Daseins

Auch das leibhaftige Pferd war in vielen alten Kulturen weit mehr als ein nützliches Arbeitstier. Es war hervorragend geeignet, die Persönlichkeit des Menschen zu schulen - eine Erkenntnis, die beispielsweise Ordensritter als Geheimnis gehütet haben. Dem Geheimnis nachzugehen, lohnt sich bis heute. Es liegt in der Natur der Pferde selbst begründet:

Pferde sind größer und stärker als Menschen. Wir können sie gegen ihren Willen weder stoppen noch zur Seite schieben - es sei denn mit Gewalt.

Pferde brauchen ihre Herde weitaus mehr als den Menschen. Das soziale Gefüge einer artgerecht lebenden Herde signalisiert Ordnung und Unabhängigkeit. Alle vertrauen darauf, daß Leitstute und Leithengst für Sicherheit und Überleben sorgen. Jedes Pferd hat einen festen Platz in der Rangfolge und behält dennoch seine Individualität.

Pferde sprechen nicht unsere Sprache. Es macht wenig Sinn, sich vor ein Pferd zu stellen und zu sagen: „Geh bitte nach rechts“. Um sich mit Pferden verständigen zu können, muß der Mensch ihre Sprache kennen - die Sprache des Körpers.


Pferde sind keine „netten“ Therapeuten. Monologe interessieren sie nicht,
und das zeigen sie direkt und spontan - aber ohne Vorwurf.

Pferde sind eine Zumutung:
Warum wendet dieses Pferd sich ab?
Ich habe es doch nur gestreichelt.

Warum kommt dieses Pferd mir so nah,
so voller Vertrauen?
Mir kommen die Tränen.

Warum folgt dieses Pferd mir nicht?
Ich bin das doch sonst gewohnt.

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